Zu Weihnachten eine kleine Freude bereiten

von Ramona Kaiser

Das Wichtigste an Weihnachten: Eine Fabel von Johannes Hildebrandt

Einige Tiere diskutierten einmal über Weihnachten. Sie stritten sich darüber, was wohl die Hauptsache an Weihnachten ist.

„Na klar, Gänsebraten”, sagte der Fuchs, „was wäre Weihnachten ohne Gänsebraten!”

„Schnee”, sagte der Eisbär, „viel Schnee!” Und er schwärmte verzückt: „Weiße Weihnachten feiern!”

Das Reh sagte: „Ich brauche einen Tannenbaum, sonst kann ich nicht Weihnachten feiern!”

„Aber nicht so viele Kerzen“, heulte die Eule, „schön schummrig und gemütlich muss es sein. Stimmung ist die Hauptsache!”

„Aber mein neues Kleid muss man sehen”, sagte der Pfau. „Wenn ich kein neues Kleid kriege, ist für mich nicht Weihnachten.”

„Und Schmuck“, krächzte die Elster. „Jedes Weihnachten kriege ich was: Einen Ring, ein Armband, eine Brosche oder eine Kette, das ist für mich das Allerschönste.”

„Na, aber bitten den Stollen nicht vergessen”, brummte der Bär, „das ist doch die Hauptsache, wenn es den nicht gibt und all die süßen Sachen, verzichte ich lieber auf Weihnachten.”

„Mach ́s wie ich”, sagte der Dachs, „pennen, pennen, das ist das Wahre an Weihnachten, mal richtig ausschlafen!”

„Und saufen”, ergänzte der Ochse, „mal richtig einen saufen und dann pennen...”

...dann aber schrie er „Aua!!”, denn der Esel hatte ihm einen gewaltigen Tritt versetzt:

„Du Ochse, denkst du denn nicht an das Kind?” Da senkte der Ochse beschämt den Kopf und sagte: „Das Kind, ja das Kind, das Kind ist die Hauptsache.”

„Übrigens”, fragte der Esel, „wissen das eigentlich auch die Menschen??”

 

Weihnachten ist das Fest der Liebe, der Freude und auch der Familie. Auch wenn sich Familien nicht oft sehen können, kommen sie zu Weihnachten alle wieder zusammen, um diese besinnliche Zeit gemeinsam zu feiern und sich an ihr zu erfreuen. Und auch wenn die Geschenke der Liebsten nicht das Wichtigste an diesem Abend sein sollten, spielen sie doch eine wichtige Rolle.

In der Fabel diskutieren die Tiere, was das Wichtigste für sie zu Weihnachten ist und zählen die unterschiedlichsten Dinge auf. Egal ob ein gutes Essen, ein Weihnachtsbaum oder teure Geschenke, jeder von ihnen muss etwas Bestimmtes haben, damit Weihnachten für ihn perfekt wird.

Nur der Esel scheint den Sinn der Weihnacht verstanden zu haben, rügt er doch die anderen und erinnert an das Kind. Im Grunde besinnt er die Tiere darauf zu achten, was der wirkliche Sinn von Weihnachten ist und zwar die Geburt von Jesus Christus und die damit verbundene Nächstenliebe.

Auch wenn der Esel hier als Kind Jesus meint, wollen wir an die Kinder denken, die aus verschiedenen Gründen nicht mit ihren Familien Weihnachten verbringen können.

Schon seit vielen Jahren arbeitet das Turnerheim zur Weihnachtszeit mit Kinderheimen zusammen, um auch den dort lebenden Kindern zu Weihnachten eine Freude zu bereiten.

Jährlich werden Wunschzettel von den Kindern vorbereitet, die neben dem Wunsch meist auch noch eine kleine weihnachtliche Zeichnung enthalten. Diese Wunschzettel gelangen mit der weihnachtlichen Post unter anderem auch ins Turnerheim, wo sich auch dieses Jahr wieder freiwillige Ersatzweihnachtsmänner und Ersatzweihnachtsfrauen gefunden haben, die bereit waren, einem oder sogar mehreren fremden Kindern eine besondere Weihnachtsfreude zu bescheren.

Im Namen von Andrea und Peter Kaiser möchten wir uns bei den Wunscherfüllern bedanken, die auch dieses Jahr an Weihnachten ein Strahlen in die Kinderaugen zaubern und neben ihrer Familie auch noch ein fremdes Kind glücklich machen.

In diesem Sinne: Danke an alle, die auch an andere denken.

Besinnliche Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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